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18.12.2017 : 0:12

Limitanae Pontaenenses e.V. 
Rosenheim / Obb.

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AD ENUM - STATIO ENENSIS


Die kleine Ortschaft Mühltal am Inn, nördlich von Rosenheim in der Gemeinde Prutting gelegen, verbirgt eine der interessantesten archäologischen Stätten der römischen Antike im südlichen Oberbayern.

Relativ früh, wahrscheinlich in der 2. Hälfte des 1. Jh., begann man das rechte Innufer zu besiedeln. So entstand auf dem norischen Ufer in unmittelbarer Nähe der neu errichteten Innbrücke und der Straße nach IUVAVUM (Salzburg) die Siedlung AD ENUM, in der sich auch eine Zollstation des PUBLICUM PORTORIUM ILLYRICI befand.

 

Das römische Siedlungsareal von AD ENUM - Mühltal, nördlich von Rosenheim, nach den derzeitigen archäologischen Erkenntnissen.

Der Inn trennte den illyrischen Zollbezirk (PUBLICUM PORTORIUM ILLYRICI) im Osten, vom gallischen Zollbezirk (QUADRAGESIMA GALLIARUM) im Westen. Der Name der Zollstation, der STATIO ENENSIS in AD ENUM , ist uns auf einem Weihestein aus POETOVIO (Ptuj, Slowenien) überliefert. Denn hier befand sich die Verwaltung des illyrischen Zolls.

 

Der Weihestein des Marcus Antonius Celer aus POETOVIO mit folgender Aufschrift: DEO INVICTO (MITHRAE); PRO SALVTE; CHARIDEMI; AVGusti Nostri VILici STAtionis ENENSIS; M. ANTONIVS CELER; Votum Solvit Libens Merito - Dem unbesiegten Gott Mithras ! Zum Heil des Charidemus, unseres Kaisers Verwalter der Station am Inn, hat Marcus Antonius Celer sein Gelübde gern und nach Verdienst erfüllt.
Ausschnitt aus der "Tabula Peutingeriana" einer römischen Straßenkarte aus dem 3. Jhd. (AD ENUM ist mit gelben Pfeil gekennzeichnet)