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18.8.2017 : 18:12

Limitanae Pontaenenses e.V. 
Rosenheim / Obb.

© limitanae pontaenenses 
    2001 - 2017

Hier und auf der Folgeseite "Rekonstruktionen" wollen wir Projekte des Vereins und von einzelnen Vereinsmitgliedern vorstellen

Schautafel "Die Römer bei uns"


Angeregt durch die Landesgartenschau in Rosenheim 2010 und den Beitrag den die Gemeinde Stephanskirchen dazu leistete, wurden im Gemeindebereich Hofau und entlang dem Inn verschiedene Informationstafeln aufgestellt.

Seit dem Herbst 2010 ging dem Michael Schweinsteiger die Idee nicht mehr aus dem Kopf, noch ein paar zusätzliche Tafeln zu konzipieren. Er wollte noch näher auf die römische Geschichte in unserer Heimat eingehen.

Gesagt getan ! Die Idee war geboren und nachdem die Gemeinde Stephanskirchen "grünes Licht" dazu gab, begannen wir im Winter 2010/ 2011, mit einer mehrere Monate andauernden Arbeit. Das Grundkonzept stand relativ schnell und die Texte und Bilder wurden nach und nach immer mehr verfeinert und detailliert.

Den letzten Schliff erhielt die Schautafel von der Werbeagentur Oliver Siebert.

Das Ergebnis kann sich, meiner Meinung nach, wirklich sehen lassen und seit Anfang Juni 2011 steht die Tafel im Parkplatzbereich des Gasthofs "Baodwirt" in Leonhardspfunzen. Weitere Tafeln sind geplant.......................  

 

 

Schautafel "Der Römerfriedhof am Doblergraben"


............geschafft !! die zweite Schautafel ist fertig und steht seit 20. September 2013 wiederum im Parkplatzbereich des Gasthofs "Baodwirt" in Leonhardspfunzen.
Fortsetzung folgt ...........

Anbringung der zweiten Schautafel im Beisein von 1. Bürgermeister der Gemeinde Stephanskirchen Herr R. Auer (3. v. links) und 3. Bürgermeisterin Frau Chr. Annies (2. v. Links)

30 km Marsch auf einem Teilstück der "Via Julia", 28. April 2012

 

Das 30 km Experiment

 

Eigentlich nichts neues, Dr. Marcus Junkelmann und seine Truppe haben das Gleiche vor 25 Jahren gemacht. Allerdings in der Ausrüstung der römischen Armee zu Beginn des 1. Jh. unserer Zeit.

Auch eine Studententruppe aus Regensburg, um Dr. Florian Himmler, in der Ausrüstung aus dem Ende des 2. Jh., waren schon auf seinen Spuren unterwegs.

 

Trotzdem ist hier alles anders. Unsere Legionäre sind in der Ausrüstung des 3. bzw. des 4. Jh. unterwegs, die sich komplett von der des 1. Jh. unterscheidet.

Dies alles wollen unsere Leute hier, im Experiment, testen und hinterfragen.

Auch das letzte Rätsel, die richtige Trageweise des Schildes, ist noch immer nicht zufriedenstellend geklärt. Diese haben wir nach dem Testmarsch 2011 bereits wieder umgebaut und wird auch nach diesem Marsch erneut auf den Prüfstand kommen.

Samstag früh, 28. April, legten wir unsere Ausrüstung an : Tunika, Hosen, hohe geschlossene Schuhe mit benagelter Sohle, Kopfbedeckung, gepolstertes Untergewand, Kettenhemd, Militärgürtel, Schwertgurt mit Schwert. Das Schild mit Schildhülle auf den Rücken geschnallt und den Helm an die rechte Seite gehängt.
Schließlich die Lanze und die Tragestange mit dem Marschgepäck. Daran befestigt sind ein Beutel, der den Mantel, die Ersatzschuhe und die Ersatztunika aufnimmt. Ein ausgehöhlter Flaschenkürbis als Feldflasche mit Essigwasser befüllt. Der Proviantsack, sowie das Koch- und Essgeschirr. Alles in allem etwa 40 kg an Ausrüstung.

Dann endlich der ersehnte Aufbruch.
Es war abzusehen und im Wetterbericht auch so dargestellt, das es an diesem Tag ordentlich heiß werden sollte. Von 30 Grad war die Rede, an diesem Tag stimmte der Wetterbericht, die Region um Rosenheim war eine der heißesten in Bayern. Auf den ersten 5 km wurde immer wieder angehalten, Ausrüstung zurecht geschoben und das Trageverhalten optimiert. Danach ging es relativ flott vorwärts.
 
Unterwegs ergaben sich schöne Gespräche mit interessierten Passanten und immer wieder die Frage „warum man sich dies antut“ …………….
 Die Antwort ist relativ einfach : wir wollen die Römische Armee im 3. und 4. Jh. n. Chr.  möglichst authentisch wiedergeben und durch Fakten belegen. Bodenfunde oder bildliche Darstellungen wie etwa auf Mosaiken oder Grabsteinen geben zwar Aufschluß über viele Dinge, Historiker der damaligen Zeit geben Anhaltspunkte aber bestimmte Hinweise fehlen. So ist z. B. die richtige Trageweise des Schildes noch immer nicht zufriedenstellend geklärt, auch Erfahrungen mit anderen Ausrüstungsgegenständen fehlen völlig. Das lässt sich nur bei solchen Märschen, in der praktischen Erprobung der Ausrüstung, herausfinden. Aber das geht nur wenn man sich möglichst exakt an die römische Ausrüstung des Militärs, was Gewicht, Material und Maße etc. betrifft,  hält. Daher die Akribie mit der wir alle im Verein unser Hobby ausüben.

Es ging immer geradeaus den Inn entlang – fast schnurgerade , der Weg schien kein Ende zu nehmen , wir marschierten weiter, Kilometer um Kilometer wurde zurückgelegt. Zeitweise war es sehr anstrengend – die Hitze war unser größter Feind, aber sich geschlagen geben kam für uns nie in Frage.
Das letzte Stück marschierten wir hintereinander, gesprochen wurde kaum noch.
Gegen 17 Uhr war es endlich soweit unser Ziel, der "Baodwirt" in Leonhardspfunzen, war erreicht. Die 30 km waren geschafft. Die Erschöpfung wich der Freude und dem Stolz es geschafft zu haben.

Nach dem Duschen und einer kalten Radlermaß werteten wir die Erfahrungen des Marsches aus , überlegten uns mögliche Lösungsansätze, die dazu führen das unsere Ausrüstung noch ein Stück weit verbessert wird.                                      

Marsch auf dem Archäologischen Rundweg Seebruck, 15. August 2011

 

Der Gedanke war, Ausrüstungsgegenstände und Material auf seine Marschtauglichkeit zu testen.
Das Unternehmen sollte in Seebruck, auf dem etwa 27 km langen Archäologischen Rundweg stattfinden.
Unsere "Marschierer" trafen sich am 15. August 2011 in aller Frühe, einer in der Ausrüstung des 3. Jh., der andere in der noch nicht ganz kompletten Ausrüstung des 4. Jh. n. Chr.
Die Strecke wurde, mit einer längeren und zwei kurzen Pausen, in 8 Stunden bewältigt. Es wurden zahlreiche Erkentnisse gewonnen. Diese werden dazu führen, den Tragekomfort der Ausrüstung an verschiedenen Stellen zu verbessern.