1.7.2022 : 13:26

Limitanae Pontaenenses e.V. 
Rosenheim / Obb.

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Bekleidung des Römischen Soldaten der mittleren
oder hohen Kaiserzeit ab  200 - 283 n. Chr.

Soldat um 250 n. Chr. im "Dienstanzug", charakteristisch ist die lange Hose, zu der Zeit bereits fester Bestandteil der militärischen Kleidung
Soldat um 250 n. Chr. im "Dienstanzug", zusätzlich mit dem "Sagum" (Mantel) bekleidet
Die tägliche Kleidung ("Dienstanzug") in der römischen Armee, wie hier in der Zeit von 220 - 260 n. Chr., war vielfältig. Eine einheitliche militärische Kleidung in unserem heutigen Verständnis, gab es zu damaliger Zeit nicht.

Der Militärgürtel

Zu Beginn des 3. Jahrhunderts änderte sich der Militärgürtel wesentlich. Die Bleche die bis dahin die Gürtel verziert hatten und umlaufend befestigt waren wurden jetzt durch Schriftzüge, Stickereien und kleinere Platten in "Opus Interasile" Technik (Durchbruchsarbeit), ersetzt. Besonders der Schriftzug "VTERE FELIX" (trage ihn glücklich), der durch zahlreiche Funde nachgewiesen ist, war sehr beliebt. Bei den Schließen gibt es jetzt auch verschiedene Formen und Verschlüsse. Es gibt nun ringförmige Schließen, rahmenförmige Schließen, aber auch Schließen mit einem Dorn werden weiterhin benutzt. Als Material für die Schließen und Beschläge wurde meistens Messing oder Bronze verwendet, das nach Fertigstellung in der Regel verzinnt wurde. Mit einer Breite von ca. 3 - 4 cm sind die Gürtel wieder sehr schmal, ähnlich wie in augustäischer Zeit.

 

Gürtel mit VTERE FELIX Beschlag, 180 - 240 n. Chr.
Gürtel mit "Opus Interasile" Beschlag und peltaförmiger Schließe, 180 - 260 n. Chr.
Gürtel mit Rahmenschließe, 220 - 280 n. Chr.

Schuhe

Der Schuhtyp, der im 3. Jahrhundert in der römischen Armee in Gebrauch war, war ein geschlossener Schnürstiefel. Auf Grund der zahlreichen archäologischen Funde in Militärlagern, von Usk und Vindolanda (GB), über Saalburg, Weiblingen und Walheim (D), bis nach Dura-Europos (Syrien), kann man eine Verbreitung dieses Stiefels über das gesamte Imperium annehmen.
Dieser Stiefeltyp ist, durch die holländische Archäologin Carol van Driel-Murray, auch als "Ramshaw Boot" bekannt geworden.

Das Oberleder dieses Stiefeltyps besteht aus einem einzigen Stück, inklusive der Schnürsenkel, das an der Vorderseite zusammengenäht wird. Es wurden auch zahlreiche Sohlen, mit den verschiedensten "Nagelmustern" gefunden.

In den Schuhen wurden Socken getragen. Diese wurden in der sogenannten Nadelbindung hergestellt und sind ebenfalls durch zahlreiche Funde belegt.

Geschlossener Schnürstiefel, sog. "Ramshaw-Boot"
Eines von vielen gefundenen "Nagelmustern", ca. 100 Nägel pro Stiefel wurden dafür benötigt
Nadelgebundene Socken