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20.7.2017 : 22:38

Limitanae Pontaenenses e.V. 
Rosenheim / Obb.

© limitanae pontaenenses 
    2001 - 2017

Rekonstruktion eines Torsions-Pfeilgeschütz - TORMENTVM - der mittleren und späten römischen Kaiserzeit


Die zweiarmigen Torsions - Pfeilgeschütze (TORMENTA), wurden um die Mitte des 4. Jh. vor unserer Zeit im griechischen Kulturbereich erfunden.
Auch die Römer setzten seit dem 3. Jh. v. Chr. Katapulte der hellenistischen Standardtypen ein. Noch im 1. Jh. unserer Zeit können Pfeilgeschütze dieses Typs nachgewiesen werden.

Um 100 n. Chr. trat in den römische Waffenwerkstätten eine technische Umwälzung ein. Die Konstruktion der Geschütze wurde grundlegend verändert. Die neuen Pfeilgeschütze erhielten einen Ganzmetallrahmen, der völlig andere Proportionen aufwies als bei den bis dahin bekannten Katapulten (CATAPVLTA).
Der neu entwickelte Rahmen war breit, die beiden Torsionsfedern waren darin mit großem Abstand angeordnet.
Typisch ist die Bogenstrebe (KAMARION), welche die beiden Torsionsständer (KAMBESTRION) oben miteinander verbindet. Die Leiterstrebe (KAMAKION) stellt die untere Verbindung her.
Dadurch ergab sich eine ganz neue Anordnung der beiden Wurfarme. Im Gegensatz zu den hellenistischen Geschützen, die mit aussen schwenkenden Wurfarmen ausgestattet waren, haben wir es nun mit einem Katapultsystem mit innen schwenkenden Wurfarmen zu tun.
Der Vorteil, der sich aus der neuen Konstruktion ergibt, ist ein fast doppelt so großer Spannwinkel.
Die Funde von Hatra, Lyon, Gornea und Orsova, die der mittleren bis späten Kaiserzeit angehören, verfügen über die Merkmale der Neuentwicklung.

Anm.: Im Laufe des 2. Jh. unserer Zeit kam es zu einem Bedeutungswandel des Wortes BALLISTA. Bei Vitruv bezeichnet Ballista noch die schwere Steinschleuder, später steht das Wort für das Pfeilgeschütz und ersetzt die älteren Bezeichnungen CATAPVLTA und SCORPIO.

Angeregt durch die in Pfaffenhofen a. Inn gefundenen Geschoßspitzen von Katapult - Bolzen, entstand dieses Pfeilgeschütz.
Unser Geschütz basiert auf Funden aus Gornea / Orsova (Rumänien) und Bath (England) und entspricht in Aufbau und Größe einer "MANV BALLISTA", ein Geschütz das von einem Mann bedient werden konnte.

 

 

Fundzeichnung verschiedener, originaler Spannbuchsen (MODIOLI) aus Bronze.
Der erste, der beiden Torsionsständer (KAMBESTRION) mit den Spannbuchsen (MODIOLI) ist fertig montiert. Die Teile für den zweiten liegen parat.
Die Leiterstrebe (KAMAKION), welche die untere Verbindung zwischen den beiden Torsionsständern herstellt, ist fertig montiert. Die Torsionsständer probeweise angesetzt.
Die fertige Bogenstrebe (KAMARION) ist eingesetzt. Somit ist der Spannrahmen komplett.
Spannrahmen und Schaft sind miteinander verbunden.
Die Geschoßbolzen.
Das fertige Geschütz auf der Lafette montiert.

Rekonstruktion eines Ringknaufschwertes


In unmittelbarer Nähe, des 1977 entdeckten Mithrasheiligtum in Mühltal, wurde das Griffende eines Ringknaufschwertes gefunden.
Anhand der Größe des Rings, wurde durch Vergleichsfunde, die ungefähren Dimensionen der Klinge, Parierstange und Angel- bzw Grifflänge ermittelt.

Zeichnung des Fundes von Mühltal
Die letzten Schmiedearbeiten
Die fertigen Ringe nach dem Schmieden, die Laschen wurden Feuergeschweißt
Ringe, überfeilt und poliert
Klinge mit der bereits fertigen Parierstange, Lasche am Ring und Angel gebohrt zum Vernieten
Lasche am Ringknauf mit Angel vernietet
Anpassen des Holzgriffes
Der fertige Griff
Das fertige Schwert
Der Schwertriemenbügel auf der Holzscheide befestigt
Das Ortband
Das Mundstück der Scheide, ebenfalls aus Holz
Schwert und Scheide, komplett

Rekonstruktion eines römischen Landvermessungsinstrument "GROMA"


Bereits 2009 benötigten wir für Filmaufnahmen eine "Groma", die uns damals von A. Zimmermann (VEX LEG VIII AUG) zur Verfügung gestellt wurde. 2011 wurden wir durch ein Schulprojekt wieder damit konfrontiert. So begannen wir im Juli 2011 selber eine "Groma" zu bauen.
Zunächst benötigten wir geeignetes Holz. Es sollte frei von Ästen und gut abgelagert sein. Durch einen Zufall, bekamen wir ein Stück altes Nussbaumholz.
So machten wir uns an die Arbeit. Es wurde gesägt, gehobelt, gebohrt, gedrechselt und geleimt.
Von den fünf Senkloten wurden 2 aus Bronze und 3 aus Messing gefertigt. Nach dem Zusammenbau wurden alle Holzteile noch mit Leinöl eingelassen. Ich glaube das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Senklote
Vermessung