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20.7.2017 : 22:39

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RÖMISCHES WERKZEUG


Über römisches Werkzeug wissen wir vergleichsweise viel , sei es aus bildlichen Darstellungen und Überlieferungen auf Grabsteinen längst verstorbener Handwerker oder auch Monumenten - z.b. die Grabstele des Gaius oder die Stele von Deneuvre.

Aber auch Werkzeugdepots , die besonders in den unruhigen Zeiten der Spätantike angelegt wurden sind wichtige Zeugnisse z.b. das berühmte Werkzeugdepot von Selz, datiert auf das 3.Jahrhundert n. Chr. in dem 23 Werkzeuge für Metall-und Holzbearbeitung gefunden wurden.

Natürlich wurde Werkzeug auch "mal so" verloren - eigentlich gibt es keinen Fundort wo kein Werkzeug im Fundgut auftaucht.

Dies ist natürlich auch bei den vielen Villae Rusticae so -  hier wurden hauptsächlich diverse bäuerliche Gerätschaften gefunden .

Auf dieser Seite werden nach und nach römische Werkzeuge gezeigt und näher beschrieben .

 

 

Römische Sichel (FALCASTRUM)

Replik einer römischen kleinen Sichel.


Die Sichel ist eine der ältesten Ackerbauwerkzeuge - ja , eigendlich das landwirtschaftliche Symbol schlechthin . Viele Kommunen führen dieses bäuerliche Attribut in ihren Wappen.

Es gibt zahlreiche Funde von eisernen römischen Sicheln - nicht nur im landwirtschaftlichen Milieu der zahlreichen Villae rusticae , sondern auch in den Legionslagern z.b. Haltern und Oberaden .

Die römischen Sicheln orientierten sich an den frühen griechischen Geräten. Auch wenn sie unterschiedlich in der Größe waren und es Modelle mit Griffangel und welche mit Tülle gab . so waren doch alle vom Prinzip her Bogensicheln , das heißt , die Klinge (Blatt) klappt nach dem Handgriff im rechten Winkel ab , der Vorteil liegt auf der Hand : eine schneidende Wirkung mit minimalen Kraftaufwand .

 

Römische Winzermesser (FALX VINATORIA)

Replik eines römischen Winzermessers für leichtere Arbeiten .


Das Rebmesser oder auch Seselmesser genannt , war lange Zeit ein absolut unverzichtbares Werkzeug der Winzer . Viele Funde solcher Werkzeuge zeigen uns heute noch auf wo dereinst römischer Wein angebaut wurde , auch wenn andere Nachweise dafür oft gänzlich fehlen.

Es wurde vom Winzer beim Abschneiden der Reben , beim entfernen des Laubes und zur Weinlese benutzt und begleitete so die Arbeiter durch das ganze Jahr.

Rebmesser waren keine römischen Erfindungen - Etrusker und Griechen kannten es schon , allerdings sehen z.b. die griechischen anders aus als die der Römer.

Auch hier bei den römischen Rebmessern gab es Modelle mit Steckangel und solche mit Tülle , letztere waren gedacht zum Aufstecken von längeren Stielen z.b. für den Pergelbau. Es gab große , sehr stark gebogene Messer für schwere Arbeiten - und oft nur minimal gebogene und kleine für die leichten Arbeiten.

Winzermesser sind nicht nur im Fundgut erhalten geblieben , sondern auch auf römischen Göttersteinen abgebildet , etwa der Stein des Hl. Silvanus (3.Jahrhundert n. Chr.) , der ein Rebmesser in den Händen hält - obwohl es ein römischer Stein ist , hält er ein giechisches Messer in den Händen.Man erkennt es deutlich an den kleinen hammerartigen Fortsatz auf den gebogenen Klingenrücken.

 

Römische Gartenhacke

Römische Gartenhacke (Replik).

Im Fundgut ( z.b. Haltern ) kommen häufig auch Gartenhacken vor , in einer Form wie wir sie auch heute noch kennen .

Römische Stechbeitel (scalprum)


Stechbeitel zur Holzbearbeitung waren schon sehr früh optimiert , auch hier gab es Modelle mit Tülle und welche mit Steckangel wie wir sie auch heute noch kennen.Je nach Arbeit und Aufgabe standen dem römischen Handwerker so verschiedene Beitel zur Verfügung.  

 

Römische Hämmer (malleus)

Replik eines römischen leichten Hammers wie er etwa zum Silberschmieden etc. verwendet wurde.


Römische Hämmer unterscheiden sich von unseren modernen eigentlich nur durch geringfügige Unterschiede im Design und natürlich im Metall. Ansonsten ist er über die Jahrtausende hindurch unverändert geblieben .Ein Hammer ist eben ein Hammer.

Dem römischen Handwerker standen unterschiedliche Typen zur Verfügung , vom leichten Goldschmiedehämmern über Schusterhämmer , Zimmererhämmer, Vorschlaghämmer und natürliche unterschiedliche Arten von Schmiedehämmern ist die ganze Palette vertreten gewesen . 

Steckamboss , wie ihn auch die Römer benutzten (Amboss = incus)

Der Vorteil eines solchen Steckambosses liegt natürlich auf der Hand : leicht zu transportieren ,wird bei Benutzung einfach in das Holz geschlagen.Wie der große Steckamboss aus Augusta Raurica - und andere römische Ambosse - besteht dieses für das Silberschmieden benutzte Modell aus weichem Eisen.

Römische Schmiedezangen (VOLSELLA, FORCEPS)

Eines der wichtigsten Werkzeuge für den Schmied zu allen Zeiten war nach dem Hammer, die Schmiedezange - ist sie doch sein verlängerter Arm.            

Schon damals waren diese Zangen sehr zweckorientiert und für ihre Aufgaben zugeschnitten. So ist es nicht verwunderlich, das sie sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert haben.